Uncategorized
Kommentare 2

Ich bin doch keine Maschine

Ich habe Feierabend.
Ich laufe die 4 Etagen des Bürogebäudes hinunter, während alle anderen den Fahrstuhl nutzen und ich mich frage, wie man nach 8 Stunden Schreibtischarbeit, den Fahrstuhl nutzen kann.
Egal, denk ich mir.
Ich trete hinaus, atme tief die frische Luft ein und sage der Natur leise, wie sehr ich sie vermisst habe.
Ich laufe erschöpft, aber unendlich dankbar für die frische Luft zur Bushaltestelle.
Vorbei an einem Labor, wo die Leute immer noch arbeiten. Es ist 18 Uhr.
Ich beobachte die Menschen in den weißen Kitteln und dem kalten Licht und wundere mich über die kühle Atmosphäre des Labors.
Ich erinnere mich an das Musikvideo von Tim Bendzko „Ich bin doch keine Maschine.“
Kennt ihr das? Es beschreibt so viel.
Ich laufe zum Bus. Steige ein und setze mich hin. Ich bin erschöpft. Die Konzentration und Anspannung des Tages löst sich. Die Schultern lockern sich, der Nacken ist steif.

Ich schmunzle.
Denn gerade denke ich so  nach…
Das ist also die andere Seite der Medaille.
Vorher halb kaputt gearbeitet in irgendwelchen Gastronomie Jobs und nun habe ich einen Job der angesehen ist in der Gesellschaft. Wo man sich nicht mehr rechtfertigen muss, warum man in der Gastronomie arbeitet, noch dazu in einem Café.
Ein guter Job? Schmunzelnd schüttle ich den Kopf. Mir wird so vieles klar.
Ich sitze da im Büro mit meinen Kollegen. Die meisten haben studiert und dieser Job ist eine gute Stelle für sie.
In mir zieht sich meine ganze Gewissheit zusammen, dass ich recht hatte.
Ein gut angesehener Job mit recht humanen Arbeitszeiten, ein schönes Büro mit Kickertisch, Obst umsonst für die Mitarbeiter und nette Vorgesetze.
Müsste nicht jetzt der Zeitpunkt gekommen sein, an dem ich zufrieden bin?
Sorry Leute, aber ich muss euch enttäuschen.

Schärfen wir mal unseren Verstand und unseren Geist und fragen uns:
Ist es natürlich 8 Stunden an einem Bürotisch zu sitzen?
Ist es natürlich 80-90% des Tages in einem Gebäude zu sein?
Ist es natürlich, 8 Stunden lang auf einem Bildschirm zu sehen?
Ist es natürlich sich 8 Stunden einseitig zu bewegen?

Meine Frage, wenn ich so manchen Kollegen beobachte und mich frage, wie tief sie in ihrer Depression stecken oder am Labor vorbei gehe, was für mich eher wie ein Gefängnis, als wie ein Arbeitsplatz aussieht, ist: Sind wir wirklich frei?
Können wir aus freien Stücken heraus, unserer Intuition folgend entscheiden?
Oder sind wir fremdbestimmt?
Und wo fängt das an?
Für mich persönlich zum Zeitpunkt, an dem der Wecker klingelt.
Der Wecker klingelt, früh genug, um pünktlich zum von meinem Chef bestimmten Arbeitsantritt da zu sein.
Heißt das, schon dann fängt mein fremdbestimmtes Leben an?
Ich denke mir, wenigstens kann ich noch selbst entscheiden, was ich esse.
Und im Gegensatz zu früher, als ich noch Arbeitsuniform trug, darf ich nun auch selbst entscheiden, was ich anziehe.
Ist das nicht paradox?

Ich glaube die meisten Menschen sind in so alten Glaubensmustern gefangen, dass sie denken, es gäbe keine andere Möglichkeit. Sie fragen sich gar nicht, warum man schlechte Laune hat.
Man gibt sich zufrieden und redet sich ein, dass es normal ist. Dieses Leben.
Jeder geht doch in die Arbeit.

Ich sage: Es ist normal in unserer heutigen Zeit, mit diesen Umständen, einfach auszubrennen.
Es ist normal in eine Depression oder in ein Burn out zu sinken.
Es ist normal gereizt zu sein und ausgelaugt, schlecht gelaunt.

Doch was viel wichtiger ist, dass wir Erkennen müssen.
Wir müssen die Umstände hinterfragen und uns nicht zufrieden geben.

Das heißt nicht, dass man ständig unzufrieden sein soll. Das wäre ungesund und auch nicht die Lösung.
Mein Motto ist: Sei zufrieden, aber gib dich nicht zufrieden.

Wir haben nur dieses eine verdammte Leben.
Und wir dürfen uns nicht mit dem Durchschnitt zufrieden geben.

Und ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich will leben.
Ich will draußen sein. Ich will die frische Luft in meiner Lunge spüren und den kalten Wind auf meiner Haut. Ich will meine Füße auf dem Untergrund der Erde spüren und will mein Herz öffnen für alles, was das Leben für mich bereit hält.
Ich will nicht den Großteil meines Lebens hinter verschlossenen Bürotüren verbringen.
Und ich will tiefen Sinn verspüren. Der Welt etwas zurück lassen. Eine Art Lebenswerk? Vielleicht. Jedenfalls will ich so viel von der Welt und mir selbst und den Menschen lernen, wie es nur geht.

Das Leben ist so schön.
Das ist meine Grundeinstellung und meine tiefe Überzeugung.
Das Leben ist kein Kampf, kein Regelwerk, kein Einhalten von Arbeitsbestimmungen.
Das Leben ist nicht der Wecker der morgens klingelt und das ständig klingelnde Telefon am Arbeitsplatz.
Das Leben ist nicht warten aufs Wochenende.
Es ist nicht das Einreichen seines Urlaubs.
Das Leben ist keine 40 Stunden Woche.

Das Leben ist so viel mehr.

Wer die Schönheit und das Potential des Lebens erkennt, der ist auch bereit neue Wege zu gehen.
Dazu gehört Mut.
Doch was ist das Leben, wenn man es nicht mutig beschreitet?

Man kann ewig in seiner Komfortzone zwischen Büro und Bahn und Supermarkt und Zuhause tingeln.
Doch, eines muss uns klar sein:
Das, was uns Angst macht, ist immer ein Versuch wert! Es wird sich immer lohnen.
Das, was wir uns nicht zu träumen wagen, ist ein Versuch wert. Denn es wird sich auszahlen.

Denn wenn nicht jetzt, wann dann? Wollen wir nur zeitweise leben, dann, wenn mal Urlaub ansteht und man mal „raus kommt“?
Dann, wenn wir mit 75 in die Rente gehen können?

Ist es das Wert? Lohnt es sich, so lange zu warten?

Oder erkennen wir den Wert und entscheiden uns endlich, neue Wege zu wagen.

Ich habe den Weg eingeschlagen. Und zwar volle Kraft voraus. Ich habe meinen Kurs haarscharf fokussiert.

Ohne ein Wimpern zucken und ohne zurück zu schauen.

Denn ich weiß, das mein Leben kurz ist und jeder einzelne Tag, an dem ich nicht selbstbestimmt lebe, ein Tag ist, der fremdbestimmt ist. Und das ist es mir einfach nicht wert.

Ich habe ein anderes Lebenskonzept.

Die Botschaft die ich hier mitteilen will ist:
Hinterfrage und nimm nicht alles einfach so hin, nur weil es der Großteil der Bevölkerung so macht.

Und: Glaube nicht, dass es unmöglich oder super schwer ist, ein ortsunabhängiges, selbstbestimmtes, finanziell abgesichertes, glückliches und freies Leben zu leben!
Rede dir nicht ein, dass man nicht alles haben kann. Das ist schlicht weg nicht wahr!

Ich freue mich so sehr auf die Zukunft und auch auf jeden neuen Tag im Hier und Jetzt, denn ich kann wenigstens in den Spiegel schauen und weiß sehr genau wer ich bin, was ich will und ganz wichtig: Was möglich ist!

P.S. Ich freue mich auf Kommentare von euch. Es ist immer schön, Interaktion und Feedback seiner Arbeit zu haben.

In Liebe
Eure Ines

2 Kommentare

  1. Hallo liebe Ines

    Ich habe heute frei, juhu das ist geil und frei weil ich es von mir aus bestimmt habe, denn ich bin selbstständig. Ich finde deine Worte passen genau zum Arbeitsalltag der meisten Menschen, denn die funktionieren nur. Das ist echt schrecklich, aber man kann es ja ändern, man hat es in der Hand. Nur so viele haben Angst, das ist ein Fakt. Ich bin jetzt richtig glücklich mit meiner Fotografie und treffe jeden Tag so viele Menschen und vernetze mich. Schenken ihnen Freude mit meinen Fotos und empfinde Erfüllung indem was ich tue. Den alten Job zu kündigen und ein Kleingewerbe anzumelden, war die richtige Entscheidung. Einen Monat habe ich jetzt geschafft und es läuft gut bei mir, die ersten Hundert Euro habe ich schon mal verdient. Darauf werde ich aufbauen und mein Business erweitern.

    Grüße Frankie

    • healthyfoodtwins sagt

      hammer Frank! Du machst es genau richtig! Und deine Fotos von Menschen sind so schön!!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*